Gelassenheit

Dorothee Schröter

27. Oktober 2020

 

 

Gelassenheit

Der lässige Flügeschlag des großen Adlers

 

„Ein heiterer Tag ist wie ein grauer, wenn wir ihn ungerührt ansehen“

J.W. von Goethe

 

Was ist Gelassenheit? Gelassenheit beschreibt die Fähigkeit in allen Situationen - auch den schwierigen - die Fassung bzw. eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Gelassenheit beschreibt den Zustand, in dem wir ruhig bleiben und uns nicht durch die Gegebenheiten verunsichert werden.  Im Alltag definieren wir Gelassenheit als das Gegenteil von Stress. Wir wünschen uns Gelassenheit, wenn wir uns als gestresst wahrnehmen. Damit ergibt sich eine Definition von Gelassenheit als „Abwesenheit von Stress“.

 

Warum ist Gelassenheit erstrebenswert? Gelassenheit ermöglicht ein vernünftiges Wahrnehmen von Sachverhalten und damit ein uneingeschränktes und unbeeinflusstes Denken und Handeln. Mit innerer Gelassenheit können wir besonnen und überlegt handeln, da wir nicht durch emotionale Aspekte abgelenkt werden. Gelassenheit ermöglicht Vernunft und Ratio mit Gefühl. Da, wo Stress unser System in Unruhe versetzt, bleibt die Gelassenheit ruhig. Gelassenheit hält unser System aus allem raus - keine körperlichen und unbewusste Reaktionen auf Erlebnisse, Gedanken, Ereignisse. Wir bleiben in der Mitte und sind weiterhin der Kapitän auf unserem Schiff. Gelassenheit erlaubt uns, pro aktiv zu handeln. Gelassenheit ermöglicht Lösungsorientierung. Gelassenheit ermöglicht die „beste Lösung“, da sich die Perspektive und der Horizont nicht verengen. Gelassenheit ermöglicht den „weiten Blick“ - umsehen und Lösungen entdecken. Gelassenheit gibt anderen Menschen Zeit, gibt anderen Menschen Raum. Gelassenheit kennt Durchsetzungskraft, aber keine Aggressivität und Gewalt. Gelassenheit kennt Abgrenzung, aber keinen Hass und Verletzungen. Gelassenheit kennt Wünsche, aber keine Verbissenheit. Gelassenheit kennt Toleranz, aber keine Ignoranz. Gelassenheit kennt Leidenschaft und Engagement, aber keine Selbstausbeutung.

 

Wie erlange ich Gelassenheit? Diese Frage kann ich  hier und heute nicht allumfassend beantworten, da der Weg zur Gelassenheit abhängt von wo aus der Mensch startet - und das unterscheidet sich. Die grobe Wegskizze sieht so aus: Gefühle erkennen, Gefühle wahrnehmen, Gefühle integrieren, selbst-bewusst werden, selbst-sicher werden, sich selber und dem Leben vertrauen, selbst-wirksam sein, Gefühle nutzen, das Leben respektieren, Frustrationen und Restriktionen anerkennen, Ziele formulieren, Träume leben. Oft sind wir schon auf dem Weg, springen aber ständig von einem zum nächsten Thema und Problem. Hektisch rennen wir zwischen den einzelnen Punkten hin und her und kommen nicht vorwärts. Aber... mit System und Ruhe 😉 gelangen wir zur Gelassenheit. Der Coach/Therapeut ist zuständig für das System und die Ruhe! Er/Sie schafft den Raum für den Klienten/Patienten systematisch und ruhig vorzugehen.